Die Gründung des Wandervereins wurde 25.02.1951 beschlossen bei einem Vortrag über „Gesundheit, Freude und Heimatliebe durch Wandern“ den der Vertreter des Spessartbundes, Herr Josef Maidhof, hielt und dessen Ausführungen so begeisterten, dass 12 Personen sich eintragen ließen. Die Gründungsmitglieder sind: Kurt Becker, Fritz Fuchs, Erich Ludwig, Siegfried Ludwig, Emma Lüft, Herbert Lüft, Pius Lüft, Emmi Michel, Selma Michel, Karl Rein, Emil Schaupp und Antonin Zöller. Nur wenige Wochen später traten Maria Deckert und Siegfried Wengerter dem Verein als Mitbegründer bei. Das menschliche Miteinander wurde schon bei der Gründung als sehr wichtig betrachtet und ein ausgeprägtes Zusammengehörigkeitsgefühl und Kameradschaft sind im Wanderverein Röllfeld bis heute erhalten geblieben.
Anfangs gab es kleinere Wanderungen, zum Teil gemeinsam mit den Klingenberger Spechten organisiert, z. B. zum Zuckerhäuschen nach Schmachtenberg, Großheubach, Seckmauern, Klotzenhof oder ins Wörther und Obernburger Waldhaus getreu dem Motto „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah!“ Wenn auch noch heute einige dieser Ziele im Wanderplan stehen, so wird doch im Laufe der Jahre die große Welt kleiner. Mitte der sechziger Jahre führten viele Busfahrten mit erlebnisreichen Wanderungen in die Rhön, das Fichtelgebirge, den Frankenwald und auch an Rhein und Mosel. Es folgten Wanderfahrten in die Alpen, u. a. in die Tuxer Alpen, zur Rastkogelhütte im Zillertal, ins Rofangebirge, außerdem zum Kanzelwandhaus in den Allgäuer Alpen, zum Schneibsteinhaus, zum Königsee und nach Oberstdorf.
Auch das Radwandern wurde beliebt und so wird in Zweitagestouren nach Lohr, Rothenfels, zur Kahlquelle oder auf dem Drei-Länder-Radweg geradelt.
Von der Weltoffenheit des Wandervereins zeugen eine ganze Reihe von Städte- und Studienreisen. Per Bus, Bahn oder Flugzeug ging es ab den 80er Jahren nach Berlin, London, Moskau und Leningrad, Prag, Wien, Burgenland, Hamburg, Paris und nicht zu vergessen Ungarn mit Budapest – Plattensee – Puszta. Diese Reise bleibt für alle unvergessen. Neben Natur und Kultur kam hier besonders die Geselligkeit nicht zu kurz. Eine Familiengruppe aus Knetzgau hat sich uns angeschlossen und es entwickelte sich eine herzliche Freundschaft. Bis heute treffen wir uns zu gemeinsamen Wanderungen, Radtouren oder sonstigen Unternehmungen.
Im aktuellen Wanderplan finden sich Wanderungen in die nähere und weitere Umgebung sowie jährlich zwei bis drei Radtouren und ein viertägiger Wanderausflug, z.B. in den Hunsrück, das Dahner Felsenland, das Altmühltal und die fränk. Schweiz. Heuer besuchten wir Fulda. Neben der Stadtführung, unternahmen wir schöne Wanderungen mit herrlichen Ausblicken auf die Rhön. Am Abend wird immer die Kameradschaft und Geselligkeit gepflegt. Gäste sind bei allen Wanderungen und Aktivitäten immer herzlich willkommen. Alle Infos sind auf unserer Internetseite veröffentlicht. Gerne einmal reinschauen unter www.wanderverein-roellfeld.de
Neben dem Wandern spielt auch die Musik eine tragende Rolle im WVR. Wandern und Musik gehören zusammen. Das war das Gütezeichen des jungen Vereins und wurde gepflegt und weiter vorangebracht. Anfangs war es der Gesang, aber bereits 1953 wurde mit Musik begleitet. Was heute fast undenkbar erscheint, war seinerzeit Normalität. Die Instrumente waren bei jeder Wanderung dabei. Selbst das Schifferklavier wurde von Mönchberg bis auf die Geißhöhe getragen. Adolf Roth gründete 1953 die „Wanderkapelle“ mit Violine, Mandoline, Zither und Gitarre und sorgte 1960 dafür dass es zusätzlich eine Jugendkapelle gab. Nach seinem Tod übernahm Dieter Weinkötz 1963 den Dirigentenstab und formte aus beiden Kapellen das „Mandolinenorchester“ welches er über 40 Jahre ehrenamtlich leitete. Zahlreiche Waldfeste, Dorfabende, Vereinsjubiläen der Ortsvereine, Sternwanderungen oder Spessartbundesfeste wurden musikalisch umrahmt. Volkstümliche Konzerte spielten fortan einen festen Bestandteil im kulturellen Leben der Stadt Klingenberg. Neben der musikalischen Gestaltung von Gottesdiensten standen auch „vorweihnachtliche Konzerte“ in der Pfarrkirche zu Röllfeld auf dem Programm, deren Erlös immer einem guten Zweck zugeführt wurde. Ein großes Dankeschön für den unermüdlichen Einsatz von Dieter Weinkötz, nicht nur bei der Musik, sondern auch für seine Arbeit und Können in der Vorstandschaft, wo er seit 1958 dabei ist und noch heute mit Rat und Tat zur Seite steht.
Seit dem Jahr 2005 leitet Karel Benecs, die Musikanten vom Wanderverein. Mit altvertrauten Wanderliedern aber auch flotten Schlagern unterhält das Mandolinen-Ensemble die Gäste bei örtlichen Vereinsfesten sowie Veranstaltungen vom Wanderverein. Auch der Gedenkgottesdienst für die im laufenden Jahr verstorbenen Wanderfreunde wird musikalisch umrahmt. Obwohl immer wieder Jugendliche ausgebildet wurden, besteht die Gruppe nur noch aus 4 Mandolinen, 3 Gitarren, 1 Bass und 2 Akkordeon. Ein ganz großes Dankeschön gilt unserer Ingrid Ludwig die seit den Anfängen der „Wanderkapelle“ bis heute mit ihrer Mandoline dabei ist. Gerne nehmen wir noch weitere Gitarren- und Mandolinenspieler auf. Musikprobe ist immer freitags von 20.00 Uhr bis 22.00 Uhr im „Alten Rathaus“ in Röllfeld. Egal ob Fortgeschritten oder Anfänger, Karel Benecs erteilt auf Wunsch Musikunterricht.
Stolz blicken die Wanderfreunde auf ihr Wanderheim, wo das 75 – Jährige Vereinsjubiläum gefeiert wird. Mit 100 DM in der Vereinskasse kamen die jungen Mitglieder auf die Idee ein eigenes Wanderheim zu bauen. Sie hatten fähige Leute in ihren Reihen, seien es zukünftige Bauingenieure, Kaufleute, die sich um Gewährung von Zuschüssen kümmerten und nicht zuletzt Handwerker, die in Schwerarbeit das Wanderheim mit Keller erbauten. Trotz der bereitwillig erfolgten Eigenleistung wurde zusätzlich Geld für den Neubau gebraucht. Es wurden Spenden gesammelt und Ansichtskarten als Bausteine verkauft. Waldfeste, Heimatabende mit Volkstänzen und Auftritten der damaligen Schuhplattlergruppe vom Wanderverein und der Wanderkapelle sowie Theateraufführungen trugen zur Finanzierung bei. Nicht nur in Röllfeld, sondern auch in Eisenbach, Mittelsinn, Röllbach, Rüdenau, Stadtprozelten und Trennfurt gaben die Wandervereinsakteuere ihr Bestes. Durch den unermüdlichen Einsatz vieler Vereinsmitglieder – ein Großteil davon erst zwischen 18 und 25 Jahre alt – konnten die Arbeiten erfolgreich ausgeführt werden und im Mai 1959 das Wanderheim fertiggestellt und Einweihung gefeiert werden. Um den Anforderungen und Auflagen gerecht zu werden musste 1978 das Wanderheim erweitert werden. Wieder in Eigenleistung wurde 1982 mit einem Fest das erweiterte Wanderjugendheim seiner Bestimmung übergeben. Nun bestanden auch Übernachtungsmöglichkeiten für Jugendgruppen und Vereine. Während das Wanderheim früher in Eigenregie der Mitglieder bewirtschaftet wurde, übernahm die Fam. Zahn als Pächter 10 Jahre lang die Bewirtung und seit diesem Jahr werden die Gäste von Fam. Markgraf verwöhnt.
Weitere Aufgaben für die sich der Wanderverein einsetzt ist die Markierung von 40 Kilometer der Wanderwege. Was auf der Karte des Spessartbundes zu sehen ist, muss auch tatsächlich stimmen. Lobenswert wird im Wanderverein auch der Naturschutz betrieben. Ein Schmetterlings- und Insektengarten wird am Rotweinwanderweg gehegt und gepflegt. Er ist ein Augenschmaus für jeden Wanderer der vorbeikommt und lädt zum verweilen ein.